- Wenn nicht jetzt, wann dann?

Auf dem Saaleradweg (1. Vorbereitungstour)

In diesem Beitrag gehe ich auf die Vor-und Nachteile einer Fahrradreise ein. Ich persönlich sehe deutlich mehr Vorteile als Nachteile in diesem Reisestil (sollte ja auch irgendwie klar sein 😀 ) und möchte Dir damit zeigen, weshalb Fahrrad fahren für mich die beste Reiseform ist. Du darfst sehr gerne Deine Meinung zu diesen Vor-und Nachteilen äußern, oder gerne auch noch weitere in den Kommentaren ergänzen 🙂 Ich würde mich sehr darüber freuen.

Nachteile:

Als größter Nachteil zu benennen ist meiner Meinung nach das Risiko dem man sich aussetzt, wenn man am normalen Straßenverkehr mit den Autos zusammen teilnimmt. Kurz darauf ist sicherlich der große Aufwand zu nennen, den man hat, sich auf eine solche Tour vorzubereiten [Der Beitrag dazu]. Auf der Gegenseite hat dies aber auch oft Freude bereitet. Man sagt ja immer: Vorfreude ist die schönste Freude. Ebenfalls negativ kann man benennen, dass man einen sehr begrenzten Verstauraum für das Reisegepäck hat. Ich persönlich finde diesen Aspekt aber eher positiv, weil man sich somit leichter auf das wesentliche reduzieren kann. Genauso kann man den Aspekt mit der körperliche Anstrengung, der man ausgesetzt ist, nennen. Für mich persönlich ist das aber auch mehr ein positiver als ein negativer Aspekt (Endorphine und so 😀 ).

Vorteile:

1.) Die Unabhängigkeit: Mit keinem anderen Transportmittel ist man so unabhängig von anderen Menschen wie mit dem Fahrrad. Man ist von keinem Pilot, Busfahrer, Zugführer usw. abhängig. Außerdem kann man rasten wo man möchte und genau so lange fahren wie man möchte.

2.) Die Reisegeschwindgkeit: Ich bin der Meinung, dass das Fahrrad als Reisetransportmittel genau die richtige Geschwindkeit bietet. Im Vergleich zu schnelleren Transportmitteln wie das Auto fährt man mit dem Fahrrad nicht nur von Punkt A zu Punkt B, sondern sieht und erlebt auch alles was dazwischen liegt viel intensiver. Einzig und allein der Weg ist das Ziel und man hat auf diesem Weg ständigen Bezug zur Landschaft und den Menschen. Bei meiner Reise geht es mir nicht darum so viel verschiedenes wie nur möglich zu sehen und einen Ort nach dem anderen abzuharken. Es geht um die Landschaft, die Leute und deren Kultur. Es geht ums erleben. Und das nicht erst wenn ich an Punkt B angekommen bin. Das Fahrrad besitzt diese geringe Geschwindkeit und die Offenheit, die mir garantiert, dass ich diese Dinge so intensiv erleben kann, wie ich es möchte. Außerdem ermöglicht es durch seine Geschwindkeit, dass man viel weniger völlig verschiedene Eindrücke verarbeiten muss und das kann in unserer heutigen Zeit eine enorme Entlastung sein, da unser Gehirn evolutionär noch gar nicht auf die vielen Eindrücke, die wir normalerweise in unserem Alltag erleben, eingestellt ist. Die sich nicht allzu schnell wechselnde Landschaft hat dabei eine entspannende Wirkung im Vergleich zu einer sich deutlich schneller wechselnden Landschaft. Welche Auswirkungen das haben kann, sieht man oft an Menschen, die an der sogenannten Reisekrankheit erleiden, weil sie in zu kurzer Zeit an zu vielen verschiedenen Orten gewesen sind. Diese entschleunigenden Eigenschaften hat natürlich auch das Reisen zu Fuß, wodurch auch diese Reiseform mich anspricht. Allerdings spricht mich das Reisen mit dem Fahrrad noch mehr an, weil man damit auch sehr gut mal voran kommt. Insbesondere, wenn man sich in einer nervigen Stadt oder landschaftlich nicht so schönen Region befindet ist es von Vorteil, wenn man an einem Tag gute 100km zurücklegen kann, um von diesem Ort weg zu kommen. 😉

3.) Die Menschen: Wie bereits erwähnt ist man mit dem Fahrrad sehr nah an den Einheimischen und man kommt oft auch in Regionen, in denen Reisende eine ziemliche Ausnahme sind. Viele Radreisende berichten von viel Neugierde und Offenheit, welche Einheimische ihnen entgegenbringen. Sie berichten von zahlreichen Einladungen, die sie erhalten haben und oft soll es auch sehr schwer sein sich diesen zu entziehen. Dies ist natürlich von Land zu Land sehr unterschiedlich: In manchen Ländern ist eine Einladung wohl eine Seltenheit, in anderen Ländern ist es eine Beleidigung, wenn man diese ablehnt. Ich bin sehr gespannt, wie oft ich in Skandinavien, Mittel-und Westeuropa eingeladen werde. Als alleinreisender sind meine Chancen eingeladen zu werden sicherlich auch nochmal deutlich höher, als wenn ich mit anderen gemeinsam unterwegs wäre 

4.) Die Orte: Aufgrund der deutlich höheren Anzahl an Wegen, die man mit dem Fahrrad befahren kann, kann man fast überall hinkommen. So wird ermöglicht, dass man an einem wunderschönen, abgeschottenen Ort sein Zelt aufschlagen, oder auch einfach nur rasten kann. Ebenfalls ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass man mit dem Rad die schönen Orte davor viel eher wahrnimmt als mit einem schnelleren Transportmittel, mit dem man sonst einfach daran vorbei gefahren wäre.

5.) Die Nähe zur Natur: Wer mit dem Fahrrad fährt, wird permanent viel näher an der Natur sein und das macht glücklich. Was gibt es schöneres als bei strahlendem Sonnenschein durch die Berge zu fahren, sich die Wasserflaschen an einem Gebirgsfluss aufzufüllen, ein paar Beeren am Wegesrand zu pflücken und zu naschen oder sein Zelt inmitten der Natur aufzustellen und morgens vom Vogelgezwitscher geweckt zu werden? Endlich mal aus dieser hochtechnisierten, künstlichen Welt ausbrechen und mehr im Einklang mit der Natur leben und dabei das leben auf das wesentliche reduzieren. Ganz nach meinem Geschmack!

6.) Die Kosten: Keine lästigen Sprit- oder Ticketkosten sind erstmal garantiert. Auch Aufpreise auf Fähren, für Tunnel oder Maut sind mit dem Fahrrad Geschichte. Mit dem Fahrrad kann man auch problemlos ein Zelt mitnehmen und auch dafür wird einem das Portemonnaie danken. In einigen Ländern ist Wildcampen sogar legal oder es gibt legale Stellen überall im Land verteilt und man zahlt nichts für seine Übernachtung. Gelegentlich geht es auf einen Campingplatz, welcher aber auch normalerweise deutlich günstiger ist als ein Hostel oder eine Mietwohnung. Außerdem gibt es speziell für Radreisende eine Community mit dem Namen „Warmshowers“. Über diese Community kann man kostenfrei bei Einheimischen übernachten und kommt so auch noch mit diesen in Kontakt.

7.) Die Gesundheit: Bewegung an der frischen Luft ist einfach super! 😀

8.) Die Ökobilanz: Während Flugzeug, Auto, aber auch Zug verantwortlich für einen sehr hohen CO2-Ausstoß sind, ist das einzige was am Fahrrad CO2 ausstößt dessen Herstellung. Und das ist im Vergleich wirklich minimal. Dazu müsste man dann eben noch die zusätzliche Ökobilanz der Ausrüstung rechnen, aber danach ist man vollkommen emissionsfrei. Das Argument der Ökobilanz ist für mich das Wichtigste an diesem Reisestil.

9.) Das Abenteuer: Darum sollte es ja vorallem gehn. Dadurch, dass Fahrradreisen einfach viel näher an der Natur und den Einheimischen ist, wird das Abenteuerpotenzial enorm gesteigert.

10.) Die Gemeinschaft der Radreisenden: Ich war total begeistert, als ich 2017 begonnen habe mich mit dem Thema Radreisen über das Internet auseinander zu setzen. Es gibt alleine in Deutschland eine wirklich große Community mit Radreisenden (rad-forum.de) um seine Fragen beantwortet zu bekommen, oder z.B. auch Mitfahrer zu finden. International bin ich sehr vom bereits erwähnten Warmshowers begeistert, worüber man seine nächste kostenlose Übernachtungsmöglichkeit finden kann. Vergleichbar mit Couchsurfing, nur eben speziell für Radreisende. Die Bewertungen sind durchweg sehr gut und rücken die Seite in ein seriöses Licht. Ich freue mich darauf ein Teil dieser Community zu werden. 😉

11.) Radfahren macht einfach Spaß! 😀

12.) Es macht stolz! Es ist ein schönes Gefühl sich die Landkarte anzusehen und zu wissen, man hat diese ganze Strecke nur mit eigener Muskelkraft zurückgelegt.

Na? Machst Du Deine nächste Reise oder Urlaub jetzt auch mit dem Fahrrad? Lass es mich wissen 😀

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