- Wenn nicht jetzt, wann dann?

Von Værløse über Umwege nach Helsingør

Von Værløse über Umwege nach Helsingør

Am Mittwoch und am Donnerstag war ich noch in Dänemark unterwegs, bevor ich dann am Donnerstag Mittag schließlich die Fähre genommen habe um nach Schweden überzusetzen. In Værløse ging es am Mittwoch Mittag los und ich bin in Richtug Nordwesten bis an die Nordküste gefahren. Kurz vor Liseleje stieß ich auf die Nationale Fahrradroute Nr. 47, welche mich immer der Küste entlang bis nach Helsingør führte.

Meinen letzten Tagebucheintrag habe ich am Dienstag Mittag verfasst. Danach hieß es noch Abschied nehmen von Ilsabe, Lisa und Claus. Mit Ilsabe war ich nochmal einen guten Kaffee in der Stadt trinken und anschließend haben wir noch einen ausgiebigen Spaziergang durch Værløse und den benachbarten Wald gemacht. Am Abend habe ich dann noch ein paar organisatorische Dinge erledigt und am Mittwoch Vormittag stand dann zusammenpacken an.

Gegen 13Uhr setzte ich mich wieder aufs Fahrrad und die Gefühlslage war eine Mischung aus purem Freiheitsgefühl und Vorfreude auf das was kommt. Auf der Gegenseite stand aber auch die Angst vor weiteren gesundheitlichen Komplikationen.

Zuerst versuchte ich der nationalen Fahrradroute 2 zu folgen, welche laut einer Internetseite existieren sollte. Doch als ich der Route auf der entsprechenden Seite nach Map folgte, konnte ich keine Beschilderung vorfinden. Nach ein paar Kilometern war es mir dann zu blöd und ich fuhr lieber den besten Weg nach Navi.

Die Route führte damit natürlich recht viel über Straßen. Teilweise auch Straßen, die stärker befahren waren. Wenn es aber Fahrradwege gab, dann waren diese bestens beschaffen. Da sind mir in Deutschland oft viel schlechtere Wege begegnet.

Die Strecke bis nach Liseleje war eher langweilig. Es gab rein gar nichts besonderes zu sehen und die Landschaft bot keine wirkliche Abwechslung. Doch in Liseleje angekommen und auf den nationalen Fahrradweg Nr. 47 gewechselt änderte sich dies schlagartig. Mehrere große Waldgebiete und eine tolle Heide wechselten sich ab. Und immer wieder bekam man kurz einen wunderbaren Blick auf das Meer geboten. Die Dörfer waren ganz nett, wenn auch größtenteils ziemlich verlassen. Es schien mir so, als seien die meisten Häuser nur Ferienhäuser, was dies auch sehr gut erklären würde.

Ein paar Kilometer vor Gilleleje entschied ich mich dann schließlich dazu wild zu campen, nachdem die einzige Shelterstelle auf meine Anfrage leider nicht mehr verfügbar gewesen ist. Wildcamping ist generell in Dänemark verboten und es gibt, soweit ich weiß, auch ein Strafgeld, wenn man erwischt wird. Jedoch gibt es Ausnahmen: Dazu zählen diese Shelterstellen, sowie einige Wälder, die für Wildcamping freigegeben wurden. Und einer dieser Wälder lag rund 10km südlich von Gilleleje und so war ich von Mittwoch auf Donnerstag zum ersten Mal wild campen auf meiner Reise.

In dieser Nacht habe ich irgendwie nicht gut schlafen können. Das lag wahrscheinlich an der Umgewöhnung vom Bett auf die Isomatte, sowie den doch ziemlich lauten Waldgeräuschen. Trotzdem ist man doch recht schnell fit, wenn man an der frischen Luft ist und vom Tageslicht geweckt wird. Also packte ich meinen Kram zusammen und kämpfte gegen den wieder mal sehr starken Nordwind, der mir auch schon am Vortag lange Zeit entgegen kam, an. In Gilleleje deckte ich mich dann nochmal sehr gut im Supermarkt ein, weil ich mal gelesen habe, dass in Schweden alles nochmal teurer ist als in Dänemark (kann ich im Nachhinein nicht bestätigen).

Das Highlight der Strecke war der Abschnitt vor Hornbæk. Hier ist man mit der Route 47 einige Kilomter lang direkt am Meer gefahren, wobei der Strand besonders schön war.

Ebenfalls sehenswert waren die kleinen, aber feinen Städte Gilleleje und Hornbæk, sowie die Kronborg Schlosskirche in Helsingør. Ebenfalls wurde ich auch mal wieder von ein paar Leuten auf Dänisch angelabert, weil ich so viel Gepäck dabei hatte. Zum Glück können die Dänen gut Englisch und so konnte ich mein Vorhaben auf Englisch erklären 😀

Die Beschilderung der Route 47 war alles in allem okay. Manchmal waren die Schilder etwas klein und manchmal wurde ordentlich an Schildern gespart, wo meinet Meinung nach welche gebraucht wurden. Wirkliche Probleme hatte ich auf der Route nur einmal. Die Wege waren weitestgehend gut beschaffen. Oft führte der Radweg über schwach befahrene Straßen.

In Helsingør ging es dann für nur 37DKK (ca. 5€) inkl. Fahrrad auf die Fähre nach Helsingborg. Meine Zeit in Dänemark ist hier also erst einmal für eine Weile vorbei. Doch nach zweimal Schweden und einmal Norwegen werde ich wieder kommen und die komplette Westküste entlang fahren und darauf freue ich mich schon 🙂

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