- Wenn nicht jetzt, wann dann?

Von Hamburg nach Puttgarden

Von Hamburg nach Puttgarden

In den vergangenen 4 Tagen habe ich knapp über 180km zurück gelegt und bin bis zum Fährhafen nach Puttgarden gefahren. Ich war bis Freitag etwas schlapp von meiner Nasennebenhöhlenentzündung und wollte mich keinesfalls überanstrengend wegen meinem Herz, da ich ja derzeit Antibiotikum einnehme. Da das Wetter derzeit auch nicht wirklich mispielt (viel Gegenwind, einstellige Temperaturen, Regen) habe ich sogar einen Ruhetag eingelegt und bin an einem anderen Tag nur 36km gefahren.

Nach einer Woche chillerei in Hamburg verabschiedete ich mich vom lieben Stephan und setzte mich wieder aufs Fahrrad, um in Richtung Kopenhagen zu fahren. Ich passierte geschätzt 50 rote Ampeln bis ich endlich aus der Großstadt raus war. Es war kalt, windig und bewölkt und ich war etwas schlapp an diesem Tag wegen unruhigem schlaf und meiner nicht gelungenen Genesung.

Landschaftlich sehenswert fand ich die Gegend östlich von Hamburg nicht. Fast alle 1-2 Kilometer kam ein kleines Dörfchen. Die Bezeichnung Dörfchen hatten diese sicherlich auch verdient und so fuhr ich doch bestimmt 40km weit und hielt ausschau nach einem Imbiss oder Café, in dem ich mich aufwärmen und meinen Hunger stillen konnte. Erst in Lübeck fand ich dann einen verdammt guten Dönerladen, welcher sicherlich das Highlight des Tages darstellte. In Lübeck lies ich mich dann schließlich auch auf dem Campingplatz nieder.

Dort wurde mir auch klar, dass ich sehr dringend mal meine Ruhe brauchte und einen Ruhetag einlegen muss. In der Woche Hamburg war ja auch immer irgendwas los und genesen konnte ich dort schlecht. Also plante ich eine Etappe von gerade einmal 35km und buchte ein schönes und preiswertes Zimmer bei Sabine in Neustadt (Holstein), direkt am Meer.

Auf dieser kurzen Etappe am Donnerstag sah ich dann auch zum ersten Mal in meinem Leben die Ostsee und fuhr eine Weile an der sehr touristischen Strandpromenade von Timmendorfer Strand, Scharbeutz und Sierksdorf entlang, welche mir gut gefiel. Leider begegnete mir seit Reisebeginn zum ersten Mal ein richtiger Regen. Zuvor hatte ich Glück und nie mehr als einen Nieselregen abbekommen. Jedoch macht mir Regen deutlich weniger als Gegenwind aus, weil ich eine wirklich gute Regenjacke und Regenhose habe. Danach fuhr ich am Hansa Park, deutschlands einzigem Erlebnispark am Meer, vorbei und dachte kurz darüber nach meinen Ruhetag in einen Freizeitparktag umzuwandeln. Doch ich brauchte die Ruhe und so verbrachte ich meinen Freitag in der schönen Kleinstadt Neustadt (Holstein) und verlies das Bett nur für einen kurzen Spaziergang und zum einkaufen.

Am Samstag war ich nicht mehr schlapp, aber die Nase war noch komplett zu und somit wirkte das Antibiotikum nicht, da ich es nun schon 4 Tage einnahm. Ohne Plan und Ziel fuhr ich an diesem Tag zum Teil nach Google Maps und zum Teil nach den Schildern des Ostseeküstenradwegs. Mit den Schildern habe ich jedoch nicht so gute Erfahrung gemacht. An 2 Kreuzungen war es so unübersichtlich für mich, dass ich mich erst einmal um mehrere Kilometer verfahren habe. Die Beschilderung ist hier definitiv schlechter als an den Flussradwegen, aber ich habe mich bestimmt auch nicht so geschickt angestellt 😀 2 andere Radler, die ich kurz vor Fehmarn kennenlernte und die auch in Richtung Kopenhagen unterwegs waren, hatten wiederum kein einziges Problem mit der Beschilderung gehabt. Die beiden waren sehr freundlich und so fuhr ich auch mehrere Kilometer mit ihnen gemeinsam.

In Fehmarn angekommen verabschiedete ich mich von den beiden und ich entschied mich spontan dazu die Insel einmal zu durchfahren und in Puttgarden auf den Campingplatz zu gehen. Fahrrad fahren auf Fehmarn war jedoch recht unangenehm, weil alles sehr flach war und der Wind somit noch stärker und eisig sein konnte.

Am Samstagmittag hatte ich mit Ilsabe, einer Verwandten aus Kopenhagen, telefoniert und kündigte an, dass sich meine Ankunft um einige Tage herauszögern würde, weil ich aus gesundheitlichen Gründen nur schwer voran kam. Daraufhin äußerte sie die Idee den Zug zu nehmen und mich erst einmal in Kopenhagen auszukurieren. Die Gegend südlich von Kopenhagen sei jetzt auch nicht so sehenswert, meinte sie. Nach kurzer Bedenkzeit hielt ich die Idee für absolut sinnvoll und buchte aber den Flixbus von Puttgarden nach Kopenhagen, weil es große Bauarbeiten bei den dänischen Staatsbahnen gab.

Somit stieg ich vorhin also auf die Fähre rüber nach Dänemark und sitze nun im Flixbus nach Kopenhagen. Zwei bis drei Tagesetappen strich ich also insgesamt aus meinem Plan.

An der Flixbushaltestelle traf ich dann auch wieder die beiden Männer von gestern und daraufhin Lone, eine freundliche, ältere Dame aus Kopenhagen. Ich erzählte ihr von meinem Vorhaben und sie war so begeistert, dass sie mir sofort anbot mehrere Tage bei ihr in Kopenhagen wohnen zu können. Ich dankte vielmals, lehnte aber ab, weil ich ja bereits schon eine Unterkunft hatte. Ich würde jedoch vielleicht mal auf einen Kaffee bei ihr vorbei kommen, meinte ich kurz darauf zu ihr.

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