- Wenn nicht jetzt, wann dann?

Spontaner Abbruch der Reise

Spontaner Abbruch der Reise

Am Donnerstag ist die Entscheidung gefallen: Ich werde die Reise vorerst abbrechen! Ja, du hast richtig gelesen! Ich fahre nicht mehr weiter und sitze nun bereits wieder im Bus auf dem Weg nach Hause.

Das kommt für dich jetzt unerwartet? Kann ich nachvollziehen. Ich habe ja auch keinerlei Hinweise zuvor darauf gegeben. Doch lass mich Dir erklären, wie ich zu dieser Entscheidung gekommen bin und wie es nun weiter gehen wird.

Die Entscheidung fiel mir wirklich schwer. Immerhin hatte ich hunderte von Stunden geplant, mich vorbereitet und rießig auf dieses Projekt gefreut. Ich hatte mehr als ein halbes Jahr dafür gearbeitet und tausende von Euro alleine in meine Ausrüstung investiert. Und das alles für gerade einmal 8 Wochen! Und von diesen 8 Wochen habe ich 4 Wochen alleine pausiert, größtenteils um mich auszukurieren.

Und genau darin liegt das Problem! Von Anfang an hat mich die Nasennebenhöhlentzündung und meine Allergie gegen verschiedenste Pollen geplagt. Von diesen 8 Wochen war ich nicht einmal eine ganze Woche unterwegs, wo ich sagen konnte, dass ich kaum beschwerden habe. Eigentlich war jeden Tag mein Geruchs-und Geschmackssinn eingeschränkt und ich musste immer wieder Gedanken daran verschwenden, dass ich mich nicht zu sehr übernehmen darf. Immer wieder war die Nase zu und regelmäßig hatte ich Nasenbluten, obwohl ich täglich Nasensalben benutzte um dem Vorzubeugen. Fast täglich hatte ich wochenlang Cetirizin und Lorano zu mir genommen, Allergie-Nasensprays benutzt, Nasenduschen gemacht, sehr viel Salzwasser inhaliert und trotzdem war es nie abzusehen, dass die Entzündung irgendwann einmal ausheilen würde, weil ich einfach permanent den Pollen ausgesetzt war.

Dann kam es ja nun in Stockholm zu starken Kopfschmerzen und zu diesem hohen Fieber, welches tagelang anhalten konnte, weil mein Immunsysten wahrscheinlich einfach schon zu viel mit der Allergie beschäftigt war. Dazu kamen über die Reise immer wieder meine Eltern, die sich viele Sorgen über mich gemacht haben.

Am Donnerstag habe ich dann mit meinen Eltern telefoniert und habe dann irgendwann gesagt: „Na gut! Dann komme ich halt nach Hause.”

Depremiert und gefrustet breche ich nun diese Reise nach gerade einmal 8 Wochen aufgrund meiner gesundheitlichen Probleme ab. Denn hätte ich jetzt weiter gemacht, wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis ich wieder drin gehangen wäre.

Schon bei den Sommertouren 2016 und 2017 sind meine Gesundheitsprobleme ein ziemlich großer Stimmungskiller gewesen und dieses Mal hatte ich die Hoffnung, dass es endlich einmal anders kommen würde. Doch keine Spur! Mein Körper kann das mit all seinen Allergien halt einfach nicht.

Doch was nun? Dem Radreisen den Rücken kehren? Auf keinen Fall! Reisen mit dem Fahrrad ist eine so dermaßen geile Sache, sodass es auch weiterhin ein Bestandteil in meinem Leben sein soll. Natürlich habe ich mich manchmal nach etwas mehr Comfort gesehnt und mich gefragt, warum ich das alles denn mit dem Fahrrad machen muss. Aber meistens habe ich einfach die tägliche Bewegung an der frischen Luft, die ständig wechselnde Landschaft, die Nähe zur Natur und den Menschen, sowie die Radreise-Community sehr gemocht. Ich fand es toll meinem Alltag zu entfliehen und von einigem einfach mal eine Weile loslassen zu können. Ich habe es gemocht, wie alles so viel intensiver war und ich oft in kürzester Zeit von einem Stimmungstief in ein Hoch und danach wieder Tief kommen konnte. Im Alltag bekomme ich solche Stimmungsschwankung nahezu gar nicht zu spüren.

Ich habe es sehr gemocht so flexibel und frei zu sein und nie ein Problem damit gehabt alleine unterwegs zu sein. Es war extrem spannend nie zu wissen, was an einem Radtag auf mich zukommen würde. Auf der Gegenseite konnte ich mir morgens aber ziemlich sicher sein, dass ich an diesem Tag wieder einiges erleben würde.

Ich bin davon überzeugt, persönlich enorm wachsen zu können, wenn ich einmal deutlich länger Radreisen würde als zwei Monate. Ich habe auch auf jedenfall meine Englischkentnisse verbessert und gefühlt in 5 Wochen Ausland so viel Fortschritt gemacht wie in einem halben oder ganzen Jahr Englischunterricht in der Schule.

Doch wenn ich zu einer solch langen Reise aufbreche, dann möchte ich auch mehr daraus machen. Man kann ja mal krank werden, aber ich möchte nicht von Anfang bis Ende mit den Problemen konfrontiert sein. Und aus diesem Grund werde ich mich gegen die Allergien desensibilisieren lassen und dann werde ich wieder zu einem solchen Projekt starten.

Vermutlich wird es eine ganze Weile dauern bis dies passiert, aber dann sind vielleicht auch meine Eltern dem gegenüber etwas entspannter geworden. Und bis dahin werde ich sicherlich auch noch die ein oder andere kürzere Touren gemacht haben.

Zu diesem Blog:

Mich dazu aufzuraffen die Tagebucheinträge nach einem langen Radtag zu verfassen konnte zwar manchmal echt lästig sein, aber oft hat es mir dann auch viel Freude bereitet, wenn ich einmal damit angefangen hatte. Ich habe mich immer sehr darüber gefreut die Statistiken anzuschauen und zu sehen, dass doch einige Leute meine Beiträge zu lesen scheinen. Auch freue ich mich darüber acht Wochen meiner ersten Radreise sehr ausführlich immer wieder auf diesem Blog nachlesen zu können und mich an viele Momente wieder zu erinnern.

Meine Einträge werden nun natürlich wieder handschriftlich in einem klassischen Tagebuch fortgesetzt. Jedoch habe ich mich dazu entschieden diesen Blog weiterzuführen wann immer ich wieder für mehrere Tage auf dem Fahrrad unterwegs sein werde. Und wenn irgendwann wieder der Tag kommt, an dem ich dazu entscheide zu einer Radreise aufzubrechen, dann werde ich es hier frühzeitig ankündigen, eine Newsletter-Mail versenden und den Blog dementsprechend anpassen. Eigentlich wollte ich auch einen Film aus meinem ganzen Videomaterial schneiden. Jedoch war mir die Reise viel zu kurz dafür und ich werde dieses Vorhaben ebenfalls im Hinterkopf behalten und auf ein erneutes Projekt verschieben.

Ich bin nun gut für neue Radreisen vorbereitet, doch zuerst muss ich meine Allergien in den Griff bekommen und mein Immunsystem stärken. Bis dies aber passiert ist muss ich mich leider bei Dir als mein*e Leser*in verabschieden und mich für den frühzeitigen Abbruch entschuldigen. Ich danke Dir für Dein Interesse und würde mich eines Tages über ein Wiedersehen freuen.

So, ich freue mich jetzt aber auch wieder ein bisschen auf zu Hause und mache jetzt hier Schluss 😉

Bis zum nächsten Projekt!

Jonas Ditté

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