- Wenn nicht jetzt, wann dann?

Endlich gehts weiter!

Endlich gehts weiter!

Ich war nun für fast 10 Tage bei Verwandten in Værløse (bei Kopenhagen) und habe mich viel geschont, war beim Arzt, habe aber auch Sightseeing in Kopenhagen betrieben. An einem weiteren halben Tag war ich in Bakken, dem ältesten Freizeitpark der Welt. Ursprünglich hatte ich nicht vor so lange hier zu bleiben, aber meine Nasennebenhöhlenentzündung war sehr hartnäckig und ist sie auch immernoch, da sie noch nicht ganz verheilen konnte bis jetzt. Morgen soll es aber trotzdem weiter gehen.

Vorletzten Sonntag kam ich in Værløse bei Kopenhagen an und lernte Claus und Tochter Lisa kennen. Ilsabe, mit welcher ich über mehrere Ecken Verwandt bin, war noch bis Dienstag Abend geschäftlich in Luxemburg, was allerdings kein Problem war, da ich mich mit Claus auf Englisch unterhalten konnte. Mit der 11-jährigen Lisa war das leider noch schwierig. Claus zeigte mir das Haus und überlies mir sein Arbeitszimmer, um mich dort einzurichten. Anschließend gingen wir noch einkaufen, wobei ich mich gleich mal an die neue Währung (DKK= Dänische Kronen) und die deutlich höheren Preise für Nahrungsmittel gewöhnen konnte.

Am nächsten Tag hatte ich gleich vor zum Arzt zu gehen. Claus arbeitete an diesem Tag von zu Hause aus und machte für mich einen Arzttermin bei seiner Hausärztin und begleitete mich dorthin. Der Termin hat sich sehr gelohnt, denn für mich wurde sich viel mehr Zeit genommen, als bei jedem anderen Arzt, den ich je zuvor in Deutschland besucht habe. Für 600DKK, welche aber meine Versicherung übernehmen sollte, fand ich heraus, dass ich einen Virus habe und das verschriebene Antibiotikum deshalb nicht wirken konnte. Viel Ruhe, trinken, inhalieren, Nasenspülung usw. könnten mir also nur zur Genesung verhelfen. Und darauf achtete ich dann auch sehr.

Am Montag und Dienstag ging dann sonst nicht mehr viel. Ich war in der städtischen Bibliothek und habe etwas an meinem Blog gearbeitet und den Brief an meine Versicherung geschrieben. Ich habe mich etwas mit Claus unterhalten und mit ihm und Lisa zusammen Carcassonne gespielt. Am Dienstag Abend sind wir dann noch zum Flughafen gefahren und haben Ilsabe abgeholt, welche ich nun auch kennenlernen durfte. Ilsabe hieß mich mit ihrem guten Deutsch, da sie für einige Jahre in Deutschland gelebt hat, herzlich Willkommen.

Sie nahm sich sogar wegen mir ihren halben Mittwoch frei und wir fuhren zusammen nach Kopenhagen, schauten uns das Rosenborg Slot mit Park an und gingen dann weiter zum bekannten Nyhavn, welcher mir mit seinen vielen bunten und uralten Häusern sehr gut gefallen hat. Danach lud mich Ilsabe auf einen Kaffee ein und anschließend schaute ich mir alleine den Stadtteil Christianshavn an, während sie noch einen Termin in der Innenstadt hatte. In Christianshavn gab es ein sehr alternatives Viertel mit viel Graffiti, bunten kleinen Häusern bzw. Containern, Skaterpark und zahlreichen Ständen, an denen u.a. gut sichtbar Gras (und natürlich illegal) verkauft wurde. In dem Viertel war mächtig was los und die meisten dort waren sehr alternativ unterwegs, was wirklich sehr interessant zu beobachten war. Danach bin ich noch an der architektonisch sehr beeindruckenden Oper vorbei und habe mich dann wieder mit Ilsabe getroffen. Gemeinsam sind wir durch die Altstadt gelaufen und Ilsabe konnte mir noch einiges geschichtliches zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen erzählen. Danach sind wir wieder zurück gefahren.

Am Donnerstag habe ich dann einen ausgiebigen Spaziergang im benachbarten Wald und am Furesø-See gemacht und bin alleine erneut nach Kopenhagen gefahren. Dieses mal habe ich mir den Churchillpark, die Kaserne und die kleine Meerjungfrau angeschaut. Letztere gilt als häufigstes Fotomotiv in Kopenhagen und das meiner Meinung nach völlig unberechtigt. Es ist eine schöne Statue, aber so spektakulär ist sie jetzt wirklich nicht. Doch weil ich schon den Umweg dafür gelaufen bin, entschied ich mich dazu mich einfach neben die etwa 50 Asiaten zu stellen und mit dem Hype zu gehen 😀

Danach lief ich zum Schloss Amalienborg, ging dann noch einmal in die schöne Altstadt und fuhr wieder zurück nach Værløse. Am Abend genoss ich ein wirklich gutes Dänisches Bier von der Jacobsen-Brauerei, welche mir Ilsabe empfohlen hatte. Dieses Bier gehört nun auf jedenfall zu meinen Lieblingsbieren und ich habe mir noch 2 weitere davon gegönnt.

Am Freitag war das Wetter echt schlecht und so verbrachte ich meine Zeit lieber mit Serien schauen und Hörbüchern hören. Am Abend lernte ich dann noch Ilsabe’s Schwester kennen und wir spielten zu fünft erneut eine Runde Carcassonne.

Seit Samstag ist das Wetter hier super und so habe ich wieder einen großen Spaziergang im schönen Wald gemacht und bin dann zum letzten Mal nach Kopenhagen gefahren, um mir noch den Botanischen Garten, das Børsen-Gebäude und den Bibliothekshaven in der Innenstadt anzuschauen. Ebenfalls war ich im Christiansborg Slot (=Parlament) und konnte mit etwas Wartezeit kostenlos auf den 106 Meter hohen Turm und hatte so einen wunderbaren Ausblick über die Stadt. Anschließend bin ich dann nach Frederiksberg gefahren und habe mir dort die Parks Søndermarken und Frederiksberg Have mit dem Frederiksberg Palace angeschaut. Die beiden nicht ganz zentral gelegenen Parks kann ich bei einem Kopenhagen-Besuch wärmstens empfehlen 🙂 Um einen richtigen Kontrast zum touristischen Kopenhagen zu sehen bin ich dann noch in den Stadtteil Nørrebro gelaufen, habe mir die künstlichen Seen angeschaut und spontan noch etwas Sport an einer Kletterwand gemacht.

Mein kurzes Fazit zu Kopenhagen: Auf jedenfall eine sehenswerte Stadt. Man kann hier problemlos mehrere Tage verbringen. Es gibt viele historische Sehenswürdigkeiten, tolle Freizeit-und Naturparks, alternative Viertel und eine tolle Altstadt. Ein paar Museen hätten mich auch noch interessiert, doch dafür hatte ich keine Zeit mehr. Es ist auch nice, dass die Stadt direkt am Meer liegt.

Am Sonntag musste es dann für mich als Freizeitpark-Fan natürlich auch mal in einen Park gehen. In Kopenhagen hat man sogar die Wahl zwischen zwei guten Parks: Tivoli Gardens (Innenstadt) und Bakken (Im Norden der Stadt). Ich entschied mich für Bakken, welcher als der älteste Freizeitpark der Welt gilt und auch mehr Coaster aufzuweisen hatte. Der Eintritt war kostenlos und man musste für die Fahrten bezahlen. Für Vielfahrer wie mich gab es ein “Tourbånd” und so hätte ich auf jeder Attraktion theoretisch 10 Fahrten machen können. Jedoch blieb ich nur etwa 4 Stunden dort und das reichte mir auch total, weil der Park jetzt auch nicht so groß war und man überall sofort dran kam. Die fast 87 Jahre alte Holzachterbahn “Rutschebahnen” bin ich in dieser Zeit sogar 3 mal gefahren, den Spinning-Coaster “Tornado” sogar 4 mal. Insgesamt war mir Bakken das Geld wert und kann von mir weiterempfohlen werden. Auch für die, die mal nach Kopenhagen gehen und nicht so gerne Freizeitparks besuchen, ist der Park ein Besuch wert, weil der Eintritt kostenlos ist und man auch einfach in eines der vielen Restaurants oder Bars gehen kann. Es gibt dort auch eine große Bühne und am Sonntag gab es dort dänische Livemusik, die mir gut gefallen hat. Meinen detaillierten Bericht über Bakken kannst Du hier auf meinem/unserem CN-Blog lesen.

Am Abend wurde ich dann noch von Ilsabe, Claus und Lisa zum Pizza essen eingeladen. Für all diese Gastfreundschaft bin ich wirklich sehr sehr dankbar und ich bedankte mich bei den Dreien schließlich mit einer großen Schachtel Pralinen 🙂

Ich war wirklich sehr froh darüber bei meinen gesundheitlichen Problemen eine Unterkunft bei so freundlichen Gastgebern gehabt zu haben und über eine Woche bleiben zu können.

Leider dauert das mit der Genesung total lang und so ist der weitere Verlauf meiner Reise auch sehr ungewiss, wodurch sich natürlich auch meine Stimmung in Grenzen hält. Ich werde mich morgen aber auf jedenfall wieder aufs Fahrrad schwingen und die Route wie geplant weiter fahren und dann mal schauen, wie es weiter geht.

Gestern und heute habe ich es also noch einmal ganz entspannt angehen lassen und letzte Energie für die Weiterfahrt getankt. Wenn ich unterwegs bin, werde ich natürlich wieder häufiger Tagebucheinträge verfassen.

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