- Wenn nicht jetzt, wann dann?

Die letzten Worte vor dem Start

Die letzten Worte vor dem Start

Es ist der Abend vor dem Start und ich kann noch gar nicht so richtig begreifen, dass es morgen losgehen wird. Mehr als 2 Jahre habe ich von dieser Reise geträumt, darauf hingefiebert und hingearbeitet und jetzt ist der Start so nah, dass ich mir gar nicht mehr so richtig vorstellen kann, dass ich schon morgen meine Heimat für längere Zeit verlassen werde.

Freiheitsdrang und abenteuerlust haben mich zu diesem spannenden Projekt getrieben und nun geht es endlich los. Ich werde Freunde und Familie in der Hoffnung verlassen, dass sie sich nicht zu sehr um mich sorgen werden. Ich möchte ihnen und auch allen anderen Lesern meines Blogs zeigen, was das Radreisen so besonders macht und warum mich diese Reiseform begeistern konnte. Dies ist der Sinn dieses Blogs.

Noch nie habe ich eine Reise gemacht und jetzt habe ich mit Fahrrad und Zelt auch gleich eine Reiseform gewählt, die für ein sehr intensives Reiseerlebnis steht. Und dass ich morgen auch noch alleine starten werde, macht es nur noch um so spannender für mich.

Vor dem Start habe ich sehr gemischte Gefühle. Zum einen bin ich natürlich euphorisch, weil mir diese Reise enorm viel Freiheit verspricht. Ich werde nämlich sowohl zeitlich als auch finanziell für eine ganze Weile flexibel sein können. Ich bin auch euphorisch, weil ich das Gefühl der Ungewissheit mag und keine Ahnung habe was mir auf diesem Weg begegnen wird. Alles ist total ungewiss: Werde ich das Radreisen wirklich lieben? Werde ich mich alleine wohl fühlen? Werde ich meine Route so fahren wie geplant? Werde ich nach dem halben Jahr weiter fahren, oder früher abbrechen? Was werde ich für Menschen auf meiner Reise kennen lernen? Werde ich eine tolle Zeit haben? Werde ich auch böse überraschungen erleben? Ich werde euphorisch, wenn ich mir vorstelle durch bestimmte Gegenden wie z.B. die Schottischen Highlands zu radeln. Ich werde euphorisch, wenn ich mir vorstelle mit den Einheimischen in einem Irish Pub in Galway in Kontakt zu kommen und lebhafte Unterhaltungen zu führen. Ich werde euphorisch, wenn ich mir vorstelle, in den skandinavischen Wäldern wild zu campen und mir nach einem anstrengenden Radtag mein Abendbier zu öffnen, den Kocher anzuschmeißen und der Natur oder meiner Lieblingsmusik zu lauschen.

All diese Euphorie habe ich auf der einen Seite. Auf der anderen Seite habe ich aber auch etwas Angst vor einigen Dingen. Diese Angst konnte in den letzten Wochen auch sehr häufig in mir wieder geweckt werden, weil mich sämtliche Leute darauf hingewiesen haben. Davor hatte ich mehr das Gefühl, dass ich mir die Gefahren der Reise schon ziemlich bewusst gemacht habe und sie zunehmend so akzeptiert habe.

Zu diesen Ängsten gehören gesundheitliche Probleme wie Knieschmerzen oder eingewachsene Zehnägel (wofür ich anfällig bin). Genauso habe ich Angst vor Stürzen, aber auch vor dem Diebstahl meines Gepäcks, wenn ich beispielsweise gerade im Supermarkt bin. Der Autoverkehr bereitet mir natürlich Kopfschmerzen, genauso wie sämtliche Naturgewalten wie z.B. Gewitter. Ein Überfall beim Wildcamping kommt ja auch noch so einigen in den Sinn, wobei ich diesen doch eher für unwahrscheinlich halte.

Ich bin also sehr gespannt was mich erwartet. Ein Abenteuer wird es in jedem Fall werden. Doch erst einmal werde ich morgen starten und zu Carlotta nach Frankfurt am Main radeln. Am 2. und 3. Tag habe ich vor entspannt von Frankfurt nach Fulda zu radeln, wo ich dann bei Kim aus meinem Trackmaniaclan übernachten werde. Generell habe ich vor die ersten Tage sehr entspannt anzugehen, weil ich noch eine lästige Erkältung ablegen muss und mich auf gar keinen Fall übernehmen sollte um zu verhindern, dass ich diese verschleppe. Das Wetter meint es in den ersten Tagen leider auch erstmal nicht so gut mit mir: Ich werde eiskalten Gegenwind haben und Regen ist teilweise auch gemeldet. Aber na ja… Erstmal losfahren und dann schauen was mich erwartet 😀 😉

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Hey Jonas…Alles gute für dich. Sauge das Leben auf…Ich bin sehr gespannt auf deine Berichte!

    1. Vielen Dank Andrea! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen